Kostnotizen

Wachau Sortenvielfalt - von erster Trinkreife bis "best ager"

Die Wachau - ein Weinbaugebiet, das wir ob seines internationalen Bekanntheitsgrades und des mit seinem Rennomee korrelierenden Preisniveaus (das freilich nicht für alle Betriebe zutrifft) bisher bei unseren Themenverkostungen weniger im Fokus hatten.
Zu unrecht, denn wie sich bei den "best agern" zeigte, haben vor allem die Smaragde ein enormes Lagerpotential.
In der Auswahl schränkten wir uns bewusst nicht ein und sammelten alles zusammen, was wir an Wachauern in unseren Kellern liegen hatten bzw. statteten den Fachhändlern unseres Vertrauens einen Besuch ab. So kam auch der eine oder andere Nichtriesling bzw. Nicht-Grüner Veltliner in der Smaragd-Königsklasse dazu.

Von den drei von mir und Simone eingebrachten Weinen konnten wir immerhin einen als Zweitbesten platzieren (die anderen beiden landeten auf den Plätzen 7 und 13 - der Wein auf Platz 13 stammte allerdings als "Scheidungswein" aus einer schlechten Lagerung, was auch zu schmecken war).

Neu war diesmal auch, dass wir die Weine blind verkosteten, was sich auch sehr gut bewährt hat, denn gerade bei "Starweinen" aus der Wachau neigt man als Verkoster zu einer Voreingenommenheit bzw. übertriebenen Erwartungshaltung.

Verkostet und bewertet haben: Hemma/Wolfgang (als Gastgeber), Katja/Werner (Weingut Zirnsack), Susi/Leo, Katja, Astrid (angereist aus Berlin) sowie Simone und ich.

Hier die Kostnotizen und die Platzierung:

1. Grüner Veltliner Smaragd "Axpoint" 2008, Hirtzberger, 13%
würzig, reif, gelbfleischig, kein Alterston, Kreide, karamellisierte Birne, hochelegant

2. Grüner Veltliner Smaragd "Stockkultur" 2015, Prager, 14%
Bittere Orangenmarmelade, reife Ringlotten, Zwetschken, gutes Säurespiel, Grafit, salzig, stützende Restsüße, toll ausbalanciert, eine runde Sache, langer Abgang

3. Weingut Donabaum 2006 (kein Etikett mehr vorhanden, Hochwasserwein)
Petrolton, getrocknete Früchte reife Honigmelone, Sauerkraut und Joghurt (malolaktische Gärung?), Alterston, aber trotzdem frisch

4. Chardonnay Smaragd "Schloßgarten" 2007, Hirtzberger,
Himbeere, Zitrone, gelbe Früchte, kräutrig, Minze, macht viel Spaß

5. Neuburger Smaragd 2013, Hirtzberger, 14%
Litschi, Maracuja, Exotik pur, Kaffee, Kakao, Honig, Trockenfrüchtei

6. Grüner Veltliner "Loibner Garten 1999, Donabaum, 13,5%
rauchig, joghurt, Sauerkraut, großes Holz (?), Lanolin, grüne Nüsse, Charakterwein, kein Schmeichler

7. Weißburgunder Smaragd "Wösendorfer Kollmütz" 2015, Pichler, 14%
Druckvoll am Gaumen, kräftiger Alkohol, Marille, Pfirsich, Blausäure (aufgebrochene Marillenkerne)

8. Riesling Smaragd 2008, Hirtzberger, 13%
Süße-Säure etwas unausgewogen und spitz, Balsamico, Marzipan, aufdringliches Bitterl

9. Grüner Veltliner Federspiel "Frauengärten" 2015, Pichler-Krutzler, 12,5%
Zart, geradlinig, saftig-süffiger Speisenbegleiter, Birne

10. Grüner Veltliner 2014, Nikolaihof, 11%
Petrolnoten, würzig, Walderdbeeren, gelbe Paprika, nussig, grüner Apfel, grüne Nüsse

11. 1995 (kein Etikett mehr vorhanden - Hochwasserwein
Getrocknete Früchte, Vanille, Marzipan, sehr reif, Honig, Matetee

12. Riesling Smaragd 2013, Knoll

13. Riesling Federspiel 2002, Lagler, 12,5%
Oxidative Noten, Honig, getrocknete Birnen, Feigenkaffee, Portwein, breit und fett am Gaumen

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Die Amerikas

Weine aus Kalifornien, New Mexico, Washington State, Chile und Argentinien.
Die bestbewertesten Weine in aufsteigender Reihenfolge. Der erste Platz ging ex aequo an zwei Kalifornier. Platz 2 und 3 für 2008er Jahrgänge spricht für das Lagerpotential dieser großteils auch sehr alkoholreichen amerikanischen Weine.
Die Verkostungsrunde: Simone, Daniela, Hemma, Susi, Wolfgang, Leo und ich.

1. Chardonnay "Freemark Abbey" 2012, St. Helena, Napa Valley, Kalifornien, 14,5%
Türkischer Honig, kreidig, fett, buttrig, Schlagobers, Karamelisierte Banane, Vanille, Apfelringe mit Zimt, schöner Säuredruck am Gaumen, Feigenkaffee

1. Cuvée "'Clos Pegase" 2008, (67% Malbec, 29% Merlot, 4% Cabernet Sauvignon), Napa Valley, Kalifornien, 14.5%
"Die Beeren sind los", smoked, ledrig, Brombeeren, Preiselbeeren, Himbeerdrops, Bitterschokolade, schwarzer Tee

3. Cabernet Sauvignon "Salentein Reserve" 2008, Valla de Uco, Mendoza, Argentinien, 14,5%
Blockmalz-Zuckerl, Sherry Brandy, Lebkuchen

4. Casa Carmenère 2012, Lapostolle, Santa Cruz, Rapel Valley, Chile, 13%
Hollunderholz, Schokolade, Heidelbeeren aus dem Wald

5. Cabernet Sauvignon Reserva 2012, Bodega Norton, Mendoza, Argentinien, 14,5%
After-Eight, rote Beeren, ätherische Öle, würzig, Zwetschken, zwischen Himbeer- und Zitronenmannerschnitten angesiedelt

6. Malbec "Pendriel" 2010, Bodega Norton, Mendoza, Argentinien, 14,5%
Dunkle Schokolade, Rumpflaumen, Schwarzbrot mit Kümmel

7. "Queue Tendre" 2007, Messillo Valley, Rio Grande Winery, Las Cruces, New Mexico, 13% (Orange Wine)
torfig, Whisky, Petrol, floral, Honigzuckerl, Eukalyptus-Hustenzuckerl, extrem langer Abgang, würzig-salzig, facettenreich, Zitrusnoten

8. Carmenère "Alexandre" 2012, Lapostollo, Apalta Vineyard, Chile, 15%
Weichsel-Schoko-Kuchen, Mon Cheri, "Wirkungstrinken auf höchstem Niveau", geradlinig, kräftig, "ein Porsche Cayenne"

9. Riesling "Kung Fu Girl" 2014, Colombia Valley, Washington State, 12%
In der Nase wie ein elsässischer Riesling, Honigsüße, Passionsfrucht, Maracuja, eher schwache Säure, Akazienhonig

10. Sauvignon Blanc "Dancing Bull" 2012, Dancing Bull Winery, Modesto, Kalifornien, 13%
Schwarzer Pfeffer, teerig, Brennessl, Spinat, Schoten der schwarzen Ribisel, Kuvertgummierung, überreife Kiwi

11. Cabernet Sauvignon Viu Manent Gran Reserva 2012, Valle de Colchagua, Chile, 14%
Kirschyoghurt, Kraut (Malolaktische Gärung?), vegetale Noten, reißt im Abgang ab ("Wonderbra-Wein")

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Parade-Chardonnay aus dem Napa-Valley und ex-aequo-Siegerwein

Neuburger trifft Weißburgunder

Die Ampelographin Jancis Robinson meinte ja, dass der Neuburger, den es fast nur in Österreich gibt, eine Zufallskreuzung aus Sylvaner und Weißburgunder sei. Die österreichische Weinmarketing GmbH verkündet dagegen auf ihrer Website, dass der Neuburger eine natürliche Kreuzung aus Rotem Veltliner und Sylvaner ist. Egal, ob nun tatsächlich eine Verwandtschaft besteht oder sich lediglich die Charakteristik ähnelt, für eine Vergleichsverkostung eignen sich die beiden Rebsorten Neuburger und Weißburgunder sehr gut.

Hier das Ranking der verkosteten Weine und die Beschreibung des Kostteams (die Weine waren, wenn nicht anders angegeben, trocken ausgebaut):

1. Neuburger Smaragd 2012, Johann Donabaum, Spitz, Wachau, 14%
Honig, Rosinen, Burgunderstinkerl, Schmeichler, Kletzn, Kaffee, getrocknete Ananas, Tabak, frischgewaschene Wäsche
Über diesen Wein stand im falstaff folgendes zu lesen:
Weinguide 2013
(verkostet von Peter Moser, veröffentlicht im Juni 2013)
Helles Gelbgrün. Etwas verhalten, zart nach Birnen, feiner Honigtouch. Kraftvoll, weiche Textur, dezente Fruchtsüße, gut integrierte Säure, bleibt gut haften, mineralische Nuancen im Abgang, sicheres Entwicklungspotenzial.


2. Weißburgunder Alte Reben Iphöfer Kronsberg 2013, Hans Wirsching, Iphofen, Franken, 13,5%
Brotteig mit Anis, kräutrig, gut ausbalanciert, Nuß, trinkig, bisquitig-buttrig

3. Neuburger Hausberg 2014, Weingut Alphart, Traiskirchen, Thermenregion, 12%
Reife Birne, Honig, harmonisch und ausgewogen, Zitronenschnitte, burgundische Buttrigkeit, jahrgangsbedingt kürzerer Abgang

4. Weißburgunder Bärnreiser 2011, Franz und Christine Netzl, Göttlesbrunn, Carnuntum, 14%
Vanille, Kresse, braucht Luft

5. Weißburgunder Novemberlese 2013, Weingut Steininger, Langenlois, Kamptal, 13,5%
Reife Gelbfrucht, Schokobananenfülle, strahlt "nimm mich" aus

6. Neuburger Terassen 2013, Domäne Wachau, Spitz, Wachau, 13%

7. Weißburgunder Selection halbtrocken 2013, Weingut Wonisch, Klöch, Südoststeiermark, 12%
Vanille, prickelnd, Zuckererbsenschoten, exotische Früchte (Passionsfrucht), Mandel, etwas üppige brasilianische Sambatänzerin

8. Neuburské 2013, Rodinné vinarstvi Sedlák, Velkopavlovická, Morava, 11,5%
Reife Zwetschken bzw. Zwetschkenkuchen, dezente Säure, erinnert an deutschen Riesling, dropsig, trinkanimierend

9. Weißburgunder Klausen 2012, Weingut Neumeister, Straden, Südoststeiermark, 13,5%
Kletzn, ätherische Öle, erinnert an Grappa/Tresterkuchen und besoffener Kapuziner, gerbstoffreich, mostig, herb

10. Pinot Bianco Myò 2013, Zorzettig, Cividale, Friuli Colli Orientali
Nüsse, Kletzn, kalkige Mineralität, Kreideschlieren, typischer Italiener (etwas verschlossen), Zitrusnoten, Honigmelone

11. Neuburger "Neubeginn" 2014, Weingut Haindl-Erlacher, Wolkersdorf, Weinviertel, 12,5%
Kräutrig (Hustinetten, Almdudler), krautig, Zitrone, leichtes Bitterl

12. Weißburgunder Jungherrn 2012, Stift Klosterneuburg, Wagram, 14%
Vanillecremschnitte, dominierender Alkohol, viel Frucht, etwas ins Derbe gehend

13. Neuburger 2013, Weingut Riedl, Jedenspeigen, Weinviertel
Apfel-Birnen-Frucht, Corned Beef, leichtes Burgunderstinkerl, brotig-germig

14. Neuburger Neustift 2014, Weingut Fuhrgassl-Huber, Wien, 12,5%
Saftig-süffig, Birne, stechende Säure, dezent-zarte Blumendüfte, floral, kurzer Abgang

Korkfehler (daher ohne Wertung): Weißburgunder 1973, Oskar Zirnsack, Sierndorf an der March, Weinviertel.
Ersatz (ohne Wertung): Weißburgunder 2008, Weingut Landsteiner, Oberretzbach, Weinviertel, 13%


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Der Siegerwein aus der Wachau

Balkan-Weine

Irina Sofranova (Expertin für Balkan-Weine) und Indira Bayer (Repräsenatin von "Wines of Illyria") präsentierten im Obergeschoss der Weinbar Kotor (die seinerseits ein umfangreiches Sortiment an Weinen aus der Balkan-Region führt) 12 Weine aus Bulgarien, Griechenland, Rumänien, Croatien, und Bosnien.

Einige der Weine kannte ich schon von meiner Bulgarien-Weinreise http://katzenschlaeger.twoday.net/stories/1022217096/ , z.B. den Melnik und den Getika von Orbelus. Neu und die Überraschung des Abends waren die bosnischen Weine, die die wenigstens in der hohen Qualität erwartet hätten. Leider gelangen kaum Weine aus diesem exjugoslawischen Land zu uns. Aber das wird sich hoffentlich bald ändern. Zum Abschluss galt es noch einen blindverkosteten Wein zu erraten. Gleich vorweg: Niemand in unserer Runde erkannte im Glas eine kosovarische Rotwein-Cuveé mit Charakter und Tiefgang.

Conclusio: der Balkan beginnt mitnichten am Rennweg, an diesem Abend lag sein önologisches Zentrum am Schubertring im 1. Bezirk!

Kotor Weinbar: http://www.kotor-cafe-bar.com/

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Burgunder in Weiss - Verkostung am 28.11.2014

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Setzte sich überraschend als Sieger gegen 12 Pinot Blancs und Chardonnays/Morillons aus Österreich, Deutschland, Frankreich, Italien und Ungarn durch:

Chardonnay "Incanto" 2013, Barrel Fermented, Limited Edition, Weingut Medi Valley, Strumatal, 14%
Dieser mit viel Vanilletönen und Röstaromen ausgestattete Vertreter einer prononciert internationalen Burgunder-Stilistik vermochte eine klare Mehrheit des Verkostungsteams überzeugen. Lediglich eine Verkosterin fühlte sich zu sehr an die Endneunziger mit ihrer inflationären Chardonnay-Barrique-Schwemme erinnert und konnte deshalb diesem Wein keine glücklichmachende Note abgewinnen.

Und hier die weiteren Weine in chronologischer Platzierung:

TAU 2009 (WB & Morillon), Weingut Kolleritsch, Tieschen, Südoststeiermark, 13%

Chablis 1er Cru 2011, Weingut La Chablisienne, Beauroy, Burgund, Frankreich ,13 %

ex aequo:
Weißburgunder Inspiration 2011, Weingut Greil, Unterstockstall, Wagram, halbtrocken, 14,5%

Chardonnay Barrique 2004, Weingut Etyeki Kuria, Etyek, Ungarn, 13,5%

Morillon, Classic 2013, Weingut Tschermonegg, Glanz an der Weinstraße, Steiermark, 13%

Pinot Bianco Plattenriegl 2010, Kellerei Girlan, Eppan, Südtirol, 14%

Chardonnay 2013, Weingut Zirnsack, Sierndorf, Weinviertel, 13%, halbtrocken

Weißburgunder Premium 2004, Weingut Haindl-Erlacher, Wolkersdorf, Weinviertel, 13%

Pinot Blanc Breites Kreuz 2012, Weingut Kirchknopf, Kleinhöflein, Burgenland, 13,5 %

Weißburgunder 2010 , Weingut „Reichsgraf von Kesselstadt“, Trier, Rheinland-Pfalz, Deutschland, 12%

Morillon Steirische Klassik 2013, Weingut Neumeister, Straden, Südoststeiermark, 12,5%

Chardonnay 2011, Weingut Gerhard & Michaela Lunzer, Gols, Neusiedlersee, 13,5%

Alle Weine waren, wenn nicht anders angegeben, trocken

Verkostet und bewertet haben:
Susi, Leo, Wolfgang, Hemma, Sabina, Heinz, Sabine, Katja, Werner und ich.

südafrika - kap der guten (wein-)hoffnung

nachdem meine südafrika-weinreise nunmehr auch schon 14 jahre zurückliegt, freute ich mich über die möglichkeit, ausgewählte, eigenimportierte und bei uns nicht erhältliche kap-weine zu verkosten. zur abrundung des verkostungssortiments nahmen wir noch die im fachhandel erhältliche cuvée "meerlust" dazu.

dank an hemma und wolfgang für die gastfreundliche organisation der verkostung.

hier unsere notizen und das ranking:

GROOT CONSTANTIA, District Constantia (www.grootconstantia.co.za)
Ältestes Weingut Südafrikas, 1685 begründet (ursprünglich gehörte auch das Weingut Klein Constantia dazu), seit 1885 staatliches „Modell-Weingut“, das 1993 mit der demokratischen Wende in einen Trust umgewandelt wurde. Das Weingut ist zugleich Museum.

Blanc de Noir 2012 (weißgepresster Blend aus ME & CS), 13% (13. Platz)
grüne töne deuten den cabernet sauvignon an, grüne paprika, wacholderbeeren, erdbeermarmelade, hollunderholz

Sauvignon Blanc 2012, 13,5% (12. Platz)
gelbe paprika, rote ribisel, stachelbeere, grünes holz, zitrustöne, limette, geranien, mittlerer abgang

Constantia Rood 2011 (Blend aus ME, CS, CF, Shiraz & Pinotage), 13,5% (10. Platz)
weichsel, in viel alkohohl eingelegte früchte, hollunderholz

Merlot 2011, 14% (7. Platz)
in der nase bitterschokolade, powidl

VERGELEGEN, Somerset West, District Stellenbosch (www.vergelegen.co.za)
Um 1700 gegründetes Weingut (der Name bedeutet „abgelegen“), das als Ikone des südafrikanischen Weinbaus gilt, „… represents the layered history on which Cape culture was founded“ (MD Don Tooth; zit. n. Platter 2014). Wechselhafte Geschichte, mehrfacher Besitzwechsel, seit 1987 in Besitz des Unternehmens Anglo American plc; berühmte Lage/Riede: Schaapenberg (s. Sauvignon Blanc unten). Das historische Herrenhaus dient mittlerweile als Museum, zahlreiche historische Gärten, die besichtigt werden können.

Sauvignon Blanc Reserve 2013, Schaapenberg Vineyard, 14% (8. Platz)
noch sehr jung, vielschichtig, schwarze johannisbeeren frisch von der staude, zitrus, veilchen, druckvoll am gaumen, langer abgang, lebhafte säure, rund, sanft, gut ausbalanciert, früchtekorb, tannenwipfel, passionsfrucht

Chardonnay Reserve 2012, 13,5% (5. Platz)
tabaknoten, pfirsich, brioche mit rosinen, bittermandeln, macht mit der luft auf und präsentiert einen früchtekorb mit vielen himbeeren

Cabernet Sauvignon Reserve 2008, 14% (1. Platz)
sehr sortentypisch, schwarze johannisbeeren, extraktsüße

LA MOTTE, Franschoek, District Paarl (www.la-motte.co.za)
Ende 17./Anfang 18. Jh. gegründet, häufiger Besitzwechsel, 1970 von Anton Rupert übernommen, nun von Tochter Hanneli Rupert-Koegelenberg gemeinsam mit ihrem Mann Hein Koegelenberg betrieben und zu einem südafrikanischen Spitzenweingut entwickelt; Produktion von 840.000 Fl./Jahr, von denen jedoch nur ein kleiner Teil auf die Prestige-Linie „Pierneef“ entfällt. – Tolles Verkostungsambiente + erstklassiges Restaurant!

Cabernet Sauvignon 2010, 14% (4. Platz)
dunkle beeren (heidelbeeren), pflaumen, lakritze, tabak

Shiraz-Viognier 2010, Pierneef Collection, 13,5% (2. Platz)
schokolade, kirsche, pfirsich, schwarzwälderkirschtorte, weich und rund, elegant, rauchig, getrockneter salbei

TOKARA, Helshoogte Pass, Stellenbosch (www.tokara.com)
Ein Weingut mal ohne langer History, in Besitz des Bankers T.T. Ferreira, die Director’s Reserve Collection ist das Aushängeschild des Hauses, zahlreiche Auszeichnungen (s. unten DRC White, der von Platter’s Wine Guide die höchste Bewertung erhielt); tolle kulinarische Angebote (Restaurant und Deli).

Chardonnay 2012, 13,5% (11. Platz)
sauerkraut (von der malolatischten gärung?), hohe extraktsüße, corned beef, zitronenschnitte, druckvoll am gaumen

Shiraz 2011, 15% (9. Platz)
kaffeetöne, pfeffer, preiselbeeren, uhu, rotes fleisch, zwetschken

Director’s Reserve White 2012 (Blend aus SB und Semillon), 14% (ex aequo 2. Platz)
getrocknete ananas, haribo-pfirsichspalten, schweinsbraten, dropsig, teer, zugsalbe, passionsfrucht

WATERKLOOF, Somerset West, District Stellenbosch (www.waterkloofwines.co.za)
Biodynamisch bewirtschaftetes Weingut im Besitz eines britischen Weinhändlers, für die Weinherstellung verantwortlich: Nadia Barnard; sehr gutes Restaurant im neu gebauten Weingut aus Beton und Glas mitten in den Weinbergen mit Blick auf die Barrique-„Keller“.

Cinsault 2012 „Seriously cool“ (Zitat Flasche: „Drink me cool, but take me seriously!“), 13% (14. Platz)
hollerkoch, sehr beerig, rote rüben, weichsel, am gaumen campari, ledrig, kein schmeichler, bitterl am gaumen

MEERLUST, Stellenbosch (www.meerlust.co.za):

Rubicon 2004 (Blend aus CS, ME, CF), 14% vol (6. Platz)
leichte vanilletöne, der dominierende cabernet ist spürbar, animalisch, blutig, rohes wild, reife pflaumen, veilchenblüten, ätherische öle, kräuter

Wagram

2014-05-12-20-07-49

mein siegerwein bei der heutigen wagram-verkostung im palais niederösterreich - riesling wagram 2013 von karl ecker aus unterstockstall. topte sogar die vielen favorisierten grünen und roten veltliner.

Wiener Gemischter Satz est arrive!

Weltpremiere im Wiener Rathaus. Der erste "Wiener Gemischte Satz DAC" wird präsentiert. Ein weiterer wichtiger Schritt zur Etablierung des Wiener Weins als Qualitätsprodukt abseits des belanglosen Spritzweins aus dem Henkelglas.
Ist dieses Ansinnen von Erfolg gekrönt? Und überhaupt: Gemischter Satz - what is it about?
Nun, der Gemischte Satz ist zuallererst einmal keine Cuvée, denn es werden keine fertigen Weine verschnitten, sondern unterschiedliche Sorten stehen wild gemischt im Weingarten und werden gemeinsam gelesen und verarbeitet. Das hatte in früheren Zeiten für den Hauptstadtweinbauern den Vorteil, dass beim Ausfall oder bei unzureichender Quantität einer Sorte die anderen kompensatorisch einsprangen und ein jährlich gleichbleibende Menge sicherstellten. Und die wurde für den Buschenschank gebraucht. Die Qualität war weniger wichtig. Bis vor einigen Jahren engagierte Wiener Weinmacher (allem voran die "Wien-Wein"-Gruppe) dem traditionellen Wiener Gemischten Satz einen ordentlichen Qualitätsschub und ein neues Image verpassten. Nur konsequent, in einem weiteren Schritt den Wiener Gemischten Satz als DAC (Districtus Austriae Controllatus) zu klassifizieren. Vorgabe:

•Er hat aus einem Wiener Weingarten zu stammen, der den Bedingungen des Anhangs entspricht, und mit zumindest drei Rebsorten bepflanzt ist, die gemeinsam gelesen und verarbeitet werden.

•Die Trauben haben aus Weingärten zu stammen, die sich zu 100% innerhalb des Weinbaugebietes Wien befinden.

•Der größte Sortenanteil hat nicht höher als 50% zu sein, der drittgrößte Sortenanteil hat zumindest 10% zu umfassen.

•Die Weingärten müssen im Kataster des Wiener Rebflächenverzeichnisses als Wiener Gemischter Satz eingetragen sein.

•Er hat ein Weißwein mit Angabe des Erntejahres zu sein. Der vorhandene Alkoholgehalt ist mit höchstens 12,5% vol. am Etikett anzugeben; das Regionale Weinkomitee Wien kann diesen Wert in Jahren mit besonderen Witterungsbedingungen erhöhen. Der Wein hat der Geschmacksangabe „trocken“ zu entsprechen.

•Er darf nur in Glasflaschen an den Endverbraucher abgegeben werden, es sei denn, dass er am Ort der Verabreichung sofort genossen werden soll. Bei der Abgabe in Glasflaschen sind Nennvolumina von 1,0 l und 2,0 l sowie ein Verschluss mit Kronenkork nicht zulässig. Ausnahmegenehmigungen dazu können auf Antrag an das Regionale Weinkomitee Wien durch dieses bewilligt werden.

•Er darf keinen stark wahrnehmbaren Holzeinsatz aufweisen.

•Er ist im Weinbaugebiet Wien herzustellen und abzufüllen. Eine Herstellung und Abfüllung außerhalb des Gebietes darf nur mit Genehmigung des Regionalen Weinkomitees Wien erfolgen. Eine solche Genehmigung ist jährlich einzuholen und kann insbesondere dann erteilt werden, wenn die Weingärten des Herstellers im Weinbaugebiet Wien gelegen sind und die Herstellung des Weines in einem Betrieb des Herstellers außerhalb des Gemeindegebietes erfolgt. Bei Trauben- und Weinzukauf sind auf bezughabenden Rechnungen, Lieferscheinen und Transportpapieren die Katastralgemeinde, die Grundstücknummer(n) und die Fläche(n) anzuführen.

Quelle: www.wienerwein.at

Um mir von all dem ein persönliches Bild zu machen, führte mich meine diesmalige Weinreise ins Wiener Rathaus, wo 31 Wiener Weinbaubetriebe 45 Gemischte Sätze präsentierten.
Leider konnte ich nicht alle probieren, da - wie so oft bei Verkostungen Wiener Weine - die Vorräte bald zur Neige gingen. Der Begriff "Rarität" bekommt so eine eigene Interpretation. Ärgerlich war´s trotzdem.
Von den Weinen, die noch zu bekommen waren, hatten viele für meinen Geschmack eine zu dominante Säure. Eine Säure, die sich nicht harmonisch in Restzucker bzw. Alkohol integriert, sondern sich am Gaumen und später in der Speiseröhre unangenehm bemerkbar macht. Viele der Weine scheinen wohl zu früh gefüllt worden sein. Eine durchwachsene Verkostung also, nur wenige Weine vermochten mir wirklich große Freude zu bereiten, darunter die als Favoriten gehandelten Gemischten Sätze aus Einzellagen, wie z.B. der Nussberg vom Mayer am Pfarrplatz oder der Bisamberg vom Wieninger. Sehr fein auch der Kadolzberg vom Hofer, ein junger Winzer aus Mauer, der seit Jahren reüssiert und von dem noch mehr zu hören/lesen sein wird.

Und für die Zahlenfans: In Wien gibt´s 190 Winzerinnen und Winzer, die auf 660 ha in 6 Bezirken (Döbling, Floridsdorf, Liesing, Favoriten, Hernals und Ottakring) 2.39 Mio. Liter Wein produzieren. Wien ist damit die einzige Metropole der Welt mit Weinbau in einem wirtschaftlich relevanten Ausmaß.

2014-03-18-17-01-30
Unter dem wachsamen Auge des Wiener Stadtwappens erblickt der Wiener Gemischte Satz DAC das Licht der Welt.

Kult um den Blaufränkisch

"vitis" bezeichnet passenderweise ebenso den weinstock als auch das leben, wein ist also leben und ohne denselben wäre es sicher weniger lebenswert.

machen wir dann noch einen kult um den wein, drängt sich die wortkombination "vitikult" geradezu auf. diese oder ähnliche gedanken mögen sich 8 winzerinnen und winzer aus dem mittelburgenland gemacht haben, als sie sich zusammengetan haben, um einen ihrer blaufränkischen unter der marke "vitikult" zu vermarkten.

unser weinfreund rainer hat sich gemeinsam mit gattin heidi in deren frühere heimat burgenland aufgemacht, um im weingut gager das umfangreiche sortiment durchzukosten. den dabei erstandenen karton vitikult (8 flaschen) durften wir gestern im kulturverein C2 verkosten (dank an die beiden hosts petra und edi).
alle verkosteten weine waren 2010er und wurden im grossen holz oder gebrauchtem barrique ausgebaut, die alkoholwerte bewegten sich zwischen 13 und 14%. hier meine impressionen:

1. prickler/lutzmannburg
dezenter holzton, kirschfrucht, feinkörniges tannin

2. wieder/neckenmarkt
rauchige noten, hohe tannindichte, eher schlank und spröde, viel säure, kein schmeichler

3. lang/neckenmarkt
in der nase animalisch, gewürznelken, brombeeren, röstaromen, zugänglich und offen, wirkt aber auch etwas "gemacht"

4. gager/deutschkreuz
eukalyptus, eine runde sache (frucht, säure und alkohol gut ausbalanchiert)
nach einhelliger meinung der siegerwein des abends

5. reumann/deutschkreuz
wald- und wildbeerenkorb, mit der luft kommt eine kräutrige würze und ätherische öle, fein!

6. igler/deutschkreuz
reife noten in der nase, harmonisch, der hohe alkohol (14%) gut eingebunden

7. kirnbauer/deutschkreuz
filigran, ein schmeichler, bleibt lange

8. heinrich/deutschkreuz
eher verhalten, am gaumen druckvoll, mit seiner würze und mineralistik ein parade-sortenvertreter

2014-01-29-19-09-51

Österreichs bester Riesling ist ein Wiener

mit 18,8 von 20 möglichen punkten machte heuer – und das ist durchaus als sensation zu bewerten – ein wiener riesling das rennen um den besten riesling des landes. der 2012er “weißer marmor” vom weingut mayer am pfarrplatz lies alle eingereichten rieslinge der wachauer und kamptaler spitzenbetriebe hinter sich (und die hatten bisher immer ein quasimonopol auf den siegerwein). der 2012er “weißer marmor” kommt – und das ist jetzt wieder weniger überraschend – aus wiens toplage, dem nussberg im 19. bezirk. er kostet allerdings auch € 39,- (schon vor seiner kür zum sieger).

beschrieben wird er so: “hochfeines duftspiel nach birnen, weißem pfirsich und limetten, zupackend und erfrischend, überaus herzhaft; am gaumen kräuternoten á la melisse und minze, ungemein dicht und saftig, vor allem aber finessebetont, beispielhafte eleganz und rassiges säurekleid, feinfasrig und fokussiert, große länge, große zukunft” (Quelle: vinaria nr.7/2013)

einer meiner lieblings-rieslinge, der “lyra” aus dem hause bründelmayer in langenlois, landete mit 18 punkten auf platz 7 (von ca. 88 bewerteten weinen) und kostet “nur” schlanke € 33.50,-

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