Wachau Sortenvielfalt - von erster Trinkreife bis "best ager"

Die Wachau - ein Weinbaugebiet, das wir ob seines internationalen Bekanntheitsgrades und des mit seinem Rennomee korrelierenden Preisniveaus (das freilich nicht für alle Betriebe zutrifft) bisher bei unseren Themenverkostungen weniger im Fokus hatten.
Zu unrecht, denn wie sich bei den "best agern" zeigte, haben vor allem die Smaragde ein enormes Lagerpotential.
In der Auswahl schränkten wir uns bewusst nicht ein und sammelten alles zusammen, was wir an Wachauern in unseren Kellern liegen hatten bzw. statteten den Fachhändlern unseres Vertrauens einen Besuch ab. So kam auch der eine oder andere Nichtriesling bzw. Nicht-Grüner Veltliner in der Smaragd-Königsklasse dazu.

Von den drei von mir und Simone eingebrachten Weinen konnten wir immerhin einen als Zweitbesten platzieren (die anderen beiden landeten auf den Plätzen 7 und 13 - der Wein auf Platz 13 stammte allerdings als "Scheidungswein" aus einer schlechten Lagerung, was auch zu schmecken war).

Neu war diesmal auch, dass wir die Weine blind verkosteten, was sich auch sehr gut bewährt hat, denn gerade bei "Starweinen" aus der Wachau neigt man als Verkoster zu einer Voreingenommenheit bzw. übertriebenen Erwartungshaltung.

Verkostet und bewertet haben: Hemma/Wolfgang (als Gastgeber), Katja/Werner (Weingut Zirnsack), Susi/Leo, Katja, Astrid (angereist aus Berlin) sowie Simone und ich.

Hier die Kostnotizen und die Platzierung:

1. Grüner Veltliner Smaragd "Axpoint" 2008, Hirtzberger, 13%
würzig, reif, gelbfleischig, kein Alterston, Kreide, karamellisierte Birne, hochelegant

2. Grüner Veltliner Smaragd "Stockkultur" 2015, Prager, 14%
Bittere Orangenmarmelade, reife Ringlotten, Zwetschken, gutes Säurespiel, Grafit, salzig, stützende Restsüße, toll ausbalanciert, eine runde Sache, langer Abgang

3. Weingut Donabaum 2006 (kein Etikett mehr vorhanden, Hochwasserwein)
Petrolton, getrocknete Früchte reife Honigmelone, Sauerkraut und Joghurt (malolaktische Gärung?), Alterston, aber trotzdem frisch

4. Chardonnay Smaragd "Schloßgarten" 2007, Hirtzberger,
Himbeere, Zitrone, gelbe Früchte, kräutrig, Minze, macht viel Spaß

5. Neuburger Smaragd 2013, Hirtzberger, 14%
Litschi, Maracuja, Exotik pur, Kaffee, Kakao, Honig, Trockenfrüchtei

6. Grüner Veltliner "Loibner Garten 1999, Donabaum, 13,5%
rauchig, joghurt, Sauerkraut, großes Holz (?), Lanolin, grüne Nüsse, Charakterwein, kein Schmeichler

7. Weißburgunder Smaragd "Wösendorfer Kollmütz" 2015, Pichler, 14%
Druckvoll am Gaumen, kräftiger Alkohol, Marille, Pfirsich, Blausäure (aufgebrochene Marillenkerne)

8. Riesling Smaragd 2008, Hirtzberger, 13%
Süße-Säure etwas unausgewogen und spitz, Balsamico, Marzipan, aufdringliches Bitterl

9. Grüner Veltliner Federspiel "Frauengärten" 2015, Pichler-Krutzler, 12,5%
Zart, geradlinig, saftig-süffiger Speisenbegleiter, Birne

10. Grüner Veltliner 2014, Nikolaihof, 11%
Petrolnoten, würzig, Walderdbeeren, gelbe Paprika, nussig, grüner Apfel, grüne Nüsse

11. 1995 (kein Etikett mehr vorhanden - Hochwasserwein
Getrocknete Früchte, Vanille, Marzipan, sehr reif, Honig, Matetee

12. Riesling Smaragd 2013, Knoll

13. Riesling Federspiel 2002, Lagler, 12,5%
Oxidative Noten, Honig, getrocknete Birnen, Feigenkaffee, Portwein, breit und fett am Gaumen

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Die Amerikas

Weine aus Kalifornien, New Mexico, Washington State, Chile und Argentinien.
Die bestbewertesten Weine in aufsteigender Reihenfolge. Der erste Platz ging ex aequo an zwei Kalifornier. Platz 2 und 3 für 2008er Jahrgänge spricht für das Lagerpotential dieser großteils auch sehr alkoholreichen amerikanischen Weine.
Die Verkostungsrunde: Simone, Daniela, Hemma, Susi, Wolfgang, Leo und ich.

1. Chardonnay "Freemark Abbey" 2012, St. Helena, Napa Valley, Kalifornien, 14,5%
Türkischer Honig, kreidig, fett, buttrig, Schlagobers, Karamelisierte Banane, Vanille, Apfelringe mit Zimt, schöner Säuredruck am Gaumen, Feigenkaffee

1. Cuvée "'Clos Pegase" 2008, (67% Malbec, 29% Merlot, 4% Cabernet Sauvignon), Napa Valley, Kalifornien, 14.5%
"Die Beeren sind los", smoked, ledrig, Brombeeren, Preiselbeeren, Himbeerdrops, Bitterschokolade, schwarzer Tee

3. Cabernet Sauvignon "Salentein Reserve" 2008, Valla de Uco, Mendoza, Argentinien, 14,5%
Blockmalz-Zuckerl, Sherry Brandy, Lebkuchen

4. Casa Carmenère 2012, Lapostolle, Santa Cruz, Rapel Valley, Chile, 13%
Hollunderholz, Schokolade, Heidelbeeren aus dem Wald

5. Cabernet Sauvignon Reserva 2012, Bodega Norton, Mendoza, Argentinien, 14,5%
After-Eight, rote Beeren, ätherische Öle, würzig, Zwetschken, zwischen Himbeer- und Zitronenmannerschnitten angesiedelt

6. Malbec "Pendriel" 2010, Bodega Norton, Mendoza, Argentinien, 14,5%
Dunkle Schokolade, Rumpflaumen, Schwarzbrot mit Kümmel

7. "Queue Tendre" 2007, Messillo Valley, Rio Grande Winery, Las Cruces, New Mexico, 13% (Orange Wine)
torfig, Whisky, Petrol, floral, Honigzuckerl, Eukalyptus-Hustenzuckerl, extrem langer Abgang, würzig-salzig, facettenreich, Zitrusnoten

8. Carmenère "Alexandre" 2012, Lapostollo, Apalta Vineyard, Chile, 15%
Weichsel-Schoko-Kuchen, Mon Cheri, "Wirkungstrinken auf höchstem Niveau", geradlinig, kräftig, "ein Porsche Cayenne"

9. Riesling "Kung Fu Girl" 2014, Colombia Valley, Washington State, 12%
In der Nase wie ein elsässischer Riesling, Honigsüße, Passionsfrucht, Maracuja, eher schwache Säure, Akazienhonig

10. Sauvignon Blanc "Dancing Bull" 2012, Dancing Bull Winery, Modesto, Kalifornien, 13%
Schwarzer Pfeffer, teerig, Brennessl, Spinat, Schoten der schwarzen Ribisel, Kuvertgummierung, überreife Kiwi

11. Cabernet Sauvignon Viu Manent Gran Reserva 2012, Valle de Colchagua, Chile, 14%
Kirschyoghurt, Kraut (Malolaktische Gärung?), vegetale Noten, reißt im Abgang ab ("Wonderbra-Wein")

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Parade-Chardonnay aus dem Napa-Valley und ex-aequo-Siegerwein

Neuburger trifft Weißburgunder

Die Ampelographin Jancis Robinson meinte ja, dass der Neuburger, den es fast nur in Österreich gibt, eine Zufallskreuzung aus Sylvaner und Weißburgunder sei. Die österreichische Weinmarketing GmbH verkündet dagegen auf ihrer Website, dass der Neuburger eine natürliche Kreuzung aus Rotem Veltliner und Sylvaner ist. Egal, ob nun tatsächlich eine Verwandtschaft besteht oder sich lediglich die Charakteristik ähnelt, für eine Vergleichsverkostung eignen sich die beiden Rebsorten Neuburger und Weißburgunder sehr gut.

Hier das Ranking der verkosteten Weine und die Beschreibung des Kostteams (die Weine waren, wenn nicht anders angegeben, trocken ausgebaut):

1. Neuburger Smaragd 2012, Johann Donabaum, Spitz, Wachau, 14%
Honig, Rosinen, Burgunderstinkerl, Schmeichler, Kletzn, Kaffee, getrocknete Ananas, Tabak, frischgewaschene Wäsche
Über diesen Wein stand im falstaff folgendes zu lesen:
Weinguide 2013
(verkostet von Peter Moser, veröffentlicht im Juni 2013)
Helles Gelbgrün. Etwas verhalten, zart nach Birnen, feiner Honigtouch. Kraftvoll, weiche Textur, dezente Fruchtsüße, gut integrierte Säure, bleibt gut haften, mineralische Nuancen im Abgang, sicheres Entwicklungspotenzial.


2. Weißburgunder Alte Reben Iphöfer Kronsberg 2013, Hans Wirsching, Iphofen, Franken, 13,5%
Brotteig mit Anis, kräutrig, gut ausbalanciert, Nuß, trinkig, bisquitig-buttrig

3. Neuburger Hausberg 2014, Weingut Alphart, Traiskirchen, Thermenregion, 12%
Reife Birne, Honig, harmonisch und ausgewogen, Zitronenschnitte, burgundische Buttrigkeit, jahrgangsbedingt kürzerer Abgang

4. Weißburgunder Bärnreiser 2011, Franz und Christine Netzl, Göttlesbrunn, Carnuntum, 14%
Vanille, Kresse, braucht Luft

5. Weißburgunder Novemberlese 2013, Weingut Steininger, Langenlois, Kamptal, 13,5%
Reife Gelbfrucht, Schokobananenfülle, strahlt "nimm mich" aus

6. Neuburger Terassen 2013, Domäne Wachau, Spitz, Wachau, 13%

7. Weißburgunder Selection halbtrocken 2013, Weingut Wonisch, Klöch, Südoststeiermark, 12%
Vanille, prickelnd, Zuckererbsenschoten, exotische Früchte (Passionsfrucht), Mandel, etwas üppige brasilianische Sambatänzerin

8. Neuburské 2013, Rodinné vinarstvi Sedlák, Velkopavlovická, Morava, 11,5%
Reife Zwetschken bzw. Zwetschkenkuchen, dezente Säure, erinnert an deutschen Riesling, dropsig, trinkanimierend

9. Weißburgunder Klausen 2012, Weingut Neumeister, Straden, Südoststeiermark, 13,5%
Kletzn, ätherische Öle, erinnert an Grappa/Tresterkuchen und besoffener Kapuziner, gerbstoffreich, mostig, herb

10. Pinot Bianco Myò 2013, Zorzettig, Cividale, Friuli Colli Orientali
Nüsse, Kletzn, kalkige Mineralität, Kreideschlieren, typischer Italiener (etwas verschlossen), Zitrusnoten, Honigmelone

11. Neuburger "Neubeginn" 2014, Weingut Haindl-Erlacher, Wolkersdorf, Weinviertel, 12,5%
Kräutrig (Hustinetten, Almdudler), krautig, Zitrone, leichtes Bitterl

12. Weißburgunder Jungherrn 2012, Stift Klosterneuburg, Wagram, 14%
Vanillecremschnitte, dominierender Alkohol, viel Frucht, etwas ins Derbe gehend

13. Neuburger 2013, Weingut Riedl, Jedenspeigen, Weinviertel
Apfel-Birnen-Frucht, Corned Beef, leichtes Burgunderstinkerl, brotig-germig

14. Neuburger Neustift 2014, Weingut Fuhrgassl-Huber, Wien, 12,5%
Saftig-süffig, Birne, stechende Säure, dezent-zarte Blumendüfte, floral, kurzer Abgang

Korkfehler (daher ohne Wertung): Weißburgunder 1973, Oskar Zirnsack, Sierndorf an der March, Weinviertel.
Ersatz (ohne Wertung): Weißburgunder 2008, Weingut Landsteiner, Oberretzbach, Weinviertel, 13%


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Der Siegerwein aus der Wachau

Deus - Brut de Flandres 2014

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"Göttliches" Champagnerbier aus flandrischen Landen - Deus Brut des Flandres Cuvée Prestige 2014, Brouwerij Bosteels.

Schwaben-Most

Kleine feine Runde verkostet in kleinem Rahmen und unter der fachkundigen Moderation zweier Mostsommeliers vom Verein GeSOKS (Gesellschaft für Streuobstkulturen und Supplementäres) feine Moste aus der schwäbischen Alb. Soweit, so gut! Folgende Moste (still und als Sekt mit Flaschengärung ausgebaut) wurden gereicht (alle, wenn nicht anders angegeben, aus 2014):

1. Apfel mit Birne, Küferei Holweger, Täbingen, 6,8%

2. Apfelwein Späte Ernte (Boskoop und Börtlinger), Boller, Bad Boll, 7%

3. Gelbmöstler Birne, Küferei Holweger, Täbingen, 7,3%

4. Birnenwein aus oberösterreichischer Weinbirne (die bei uns Speckbirne heißt), Boller, Bad Boll, 7%

5. Gewürzluike & oö. Weinbirne, Geiger, Göppingen, 6%

6. Apfelwein aus Gewürzluike, Holweger, Täbingen, 5,8%

7. Apfelwein aus Bittenfelder & Boskoop, Holweger, Täbingen, 6,8%

8. Schweizer Wasserbirne 0,75l, Holweger, Täbingen, 6,3%

9. Schweizer Wasserbirne 1l, Holweger, Täbingen, 6,7%

10. Holzapfel Barrique (kaltvergoren und chaptalsiert), Geiger, Göppingen, 12% (!)

11. Hauxapfel-Schaumwein, Geiger, Göppingen, 7,5%

12. Apfel, Holweger, Täbingen, 6,5%

13. Birnen-Cuvée, Holweger, Täbingen, 7,1%

14. Herzog Apfelschaumwein, Dettinger Rosstriebskellerei, 6%

15. Eisapfel 2009, Geiger, Göppingen, 5%

16. Schaumwein aus Schillerapfel, Dettinger Rosstriebskellerei, 6%

Meine Favoriten waren Boskoop und Börtlinger Weinapfel, der 12%ige Holzapfel mit schon fast ins Dunkelbraune gehender Farbe und intensivem Aroma und nicht zuletzt der 2009er Eisapfel, alle dreie grandiose Moste. Nicht überzeugt hat mich der Gelbmöstler, der vermutlich einen sauerkrautigen Fehlton hatte (möglicherweise durch eine unbeabsichtigte malolaktische Nachgärung verursacht). Von der einigen Frau in unserer Runde kam die kreative Beschreibung "Most ohne Eigenschaften" für einen Most, dessen Zeit noch nicht gekommen zu sein scheint, der es aber durchaus noch zu Ruhm bringen könnte (so wie der ähnlich klingende, berühmte Roman von Musil).

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Da geh ich hin!

bei folgenden (wein)events ist die chance (gefahr ;-) gross, mich persönlich anzutreffen

24. November
Mostothek im Volkskundemuseum, Wien, 17-21 Uhr

25. November
falstaff Fine Spirits, Marx-Halle, Wien

26. November
Adventzauber Mannersdorf

3. Dezember
Kellergassenadvent in Wolkersdorf

16. Dezember
Glühmost und DJ-Line, Mostothek im Volkskundemuseum, ab 18 Uhr

Mühlviertler Craft

Im unteren Mühlviertel zwischen Bad Zell (in das ich 1970 hineingeboren wurde) und Tragwein wird neuerdings neben feinem Most (http://www.pankrazhofer.at/) auch Craftbier gebraut. Die Beerbuddies, Andreas Weilhartner und Christian Semper, zwei Doktoren aus aus dem Weinviertel, sind auf der Suche nach einem geeigneten Standort für ihre Brauerei auf das Gut Tragwein gestoßen. Das für gutes Bier so wichtige Brauwasser kommt direkt aus dem eigenen Tiefbrunnen, der hochwertiges Mühlviertler Urgesteinswasser liefert. Auch bei den anderen Zutaten haben sich die Jungbrauer ganz der Nachhaltigkeit verschrieben. Der Hopfen kommt großteils und das Malz zur Gänze aus der Region.

Das Ergebnis sind Biere mit Charakter, Craftbiere im besten Sinne des Wortes. Das "Bernstein", ein untergäriges Helles, wird wohl auch jene Biertrinker erfreuen, die sich (noch) nicht über Kreativbiere drübergetraut haben, das "Bernstein" mit Karamellmalz entwickelt am Gaumen eine anregende Süße, das "Schwarzbier" lässt jedes Guinness dünn und flach aussehen, der "Hopfn Foppa" (als "Foppa" bezeichnen die Oberösterreicher einen Schnuller) vereint in bester "India Pale Ale"- Stilistik Hopfenbitterkeit und exotische Fruchtnuancen und das "Mojo Ale" (einer der Brauer ist auch Bluesmusiker) hat es mir als Freund der Black IPA´s besonders angetan.

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http://www.thebeerbuddies.at/

Balkan-Weine

Irina Sofranova (Expertin für Balkan-Weine) und Indira Bayer (Repräsenatin von "Wines of Illyria") präsentierten im Obergeschoss der Weinbar Kotor (die seinerseits ein umfangreiches Sortiment an Weinen aus der Balkan-Region führt) 12 Weine aus Bulgarien, Griechenland, Rumänien, Croatien, und Bosnien.

Einige der Weine kannte ich schon von meiner Bulgarien-Weinreise http://katzenschlaeger.twoday.net/stories/1022217096/ , z.B. den Melnik und den Getika von Orbelus. Neu und die Überraschung des Abends waren die bosnischen Weine, die die wenigstens in der hohen Qualität erwartet hätten. Leider gelangen kaum Weine aus diesem exjugoslawischen Land zu uns. Aber das wird sich hoffentlich bald ändern. Zum Abschluss galt es noch einen blindverkosteten Wein zu erraten. Gleich vorweg: Niemand in unserer Runde erkannte im Glas eine kosovarische Rotwein-Cuveé mit Charakter und Tiefgang.

Conclusio: der Balkan beginnt mitnichten am Rennweg, an diesem Abend lag sein önologisches Zentrum am Schubertring im 1. Bezirk!

Kotor Weinbar: http://www.kotor-cafe-bar.com/

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Sitzendorf

Zwei geradzu idealtypische Presshäuser, gesehen in der Sitzendorfer Kellergasse in Hollabrunn.

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Magyarisches Craftbier-Tasting

... mit einem "Piraten", wer findet ihn?

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Stachelbier

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Beim Craftbier-Tasting im Wiener Metropol konnte ich mein erstes Stachelbier verkosten. Beim "Stacheln" wird in einem Bock- oder Doppelbock ein glühender Metallstab gerührt, wodurch der Zucker karamellisiert und der Schaum eine schlagobersartige Konsistenz annimmt und warm wird. Im Bild: Biersommeliere Karin Vouk beim fachkundigen Stacheln.

North-Beer-Here

Die Craftbier-Welt hält Einzug im neueröffneten Gasthaus Automat Welt in der Wiener Leopoldstadt. Und ebendort war der dänische Starbrauer Christian Skovdal Andersen (Gründer der Brauerei Beer Here) zu Gast und präsentierte acht seiner kreativen Braukompositionen, deren Labels er auch selbst gestaltet hat (das an ihm ein veritabler Malkünstler verlorengegangen ist, habe ich ihm sicherheitshalber nicht gesagt, möge er doch weiterhin sein Hauptaugenmerk auf´s Brauen legen).

Die in eher ungewöhnlicher Reihenfolge verkosteten Biere boten jedenfalls einen geschmacks- und aromaintensiven Einblick in die hohe nordische Braukunst. Nichts für Industriebiertrinker und das ist auch gut so!

1. Pale Hops, Pale Ale, 6%

2. Morke Pumpernickel Porter, Imperial Porter mit Anis, 7,5%

3. Helmuth Kellerbier, German Style Lager, 4,6%

4. Executioner, American Style India Pale Ale, 7%

5. Kama Citra, American Brown Ale, 7%

6. Dark Hops, India Black Ale, 8,5%

7. Rocketfuel, India Pale Ale, 6%

8. Cremlin Crude, Russian Imperial Stout, 11%

Besonders angetan war ich vom Kama Citra (mit Citra-Hopfen, daher der Name), noch nie hatte ich in einem Bier solche intensiven Aromen nach rohem Fleisch, viel rohem Fleisch!

Am wenigsten begeistern konnte mich Helmuth, aber das liegt wohl daran, dass ich als bekennender "Hophead" mit malzbetonten Lagerbieren nicht sehr viel anfangen kann.

Rocketfuel und Pale Hops sind wunderbare "all day drinking"-Biere, die Lust auf ein zweites Glas machen.

Executioner (benannt nach einem römischen Henker und mit Galena gehopft), Dark Hops, Pumpernickel und Cremlin Crude zeigen dann schon ordentlich hopfiges bzw. röstmalziges Muskelspiel, angereichert mit betörender Beerenfrucht, die sich mit dem hohen Alkohol wunderbarst vermählt. Yes!


Die Brauerei: http://www.beerhere.dk/

Die beschriebenen Biere sind demnächst erhältlich bei: http://www.bierfracht.at/

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Braumeister Andersen durchs Verkostungsglas betrachtet

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Der Flight

Red Light - Red Wine

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Organic Craftbeer Tasting

Die speziellen Anforderungen an Hopfen, Malz und Hefe machen es Bio-Brauern nicht gerade leicht und dementsprechend klein und überschaubar präsentiert sich (noch) die Welt der Organic-Craft-Beers.

Das FIBL (Forschungsinstitut für biologischen Landbau) hat den umtriebigen und bioaffinen Kenner der Craftbierszene, Micky Klemsch mit der Zusammenstellung eines Verkostungssamples beauftragt und so durfte ich im essen:z - kochstudio acht Bio-Craftbiere aus Österreich, Deutschland, England und den USA verkosten

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1. "Wildshuter Sortenspiel", Stiegl, Salzburg
mit u. a. Urkorn, Emmer und Hafer untergärig gebrautes Lager, im Geschmack eher konventionell, 5%

2. "Honey Dew", Fullers, England, 5%
hier wurde mit dem Biohonig nicht gespart, wer´s mag

3. "Pale Ale", R.M. Müller, Wien, 5,1%, 1 L
Mitverkochte Maisflocken verleihen diesem Pale Ale aus Favoriten (der Braumeister ist im "Zivilberuf" Tierarzt) eine feine Cremigkeit. Alle R.M. Müller-Biere sind flaschenvergoren. Diese Biere sind eine Rarität, denn pro Sud werden nur 30 Liter gebraut.

4. "Nicobar IPA", Gußwerk, Salzburg, 6,5%
Wunderbar hopfenbitteres India Pale Ale der biodynamischen und Demeter-zertifizierten Salzburger Brauerei. Die Nicobaren sind eine Inselgruppe im Indischen Ozean, die von der k.k.Kriegsmarine in einer Zeit angefahren wurden, als Österreich auch Koloniemacht spielen wollte.

5. "Natte Amsterdamse Dubbel", Brouwerij´Tij, Amsterdam, Holland, 6,5%
schöne Röstaromatik, brauner Zucker, erdige Töne, feine Bitterkeit im Nachtrunk

6. "Doldensud IPA", Riedenburger Brauhaus, Bayern, 6,5%
Micky Klemsch´s erklärtes Lieblingsbier des Abends, 55 IBU, alles, was ein IPA braucht

7. "7 Hop IPA", Rogue Brewery, Oregon, USA, 8%
Aromatische Hopfenbombe, exotische Früchte (Grapefruit, Maracuja), sehr fein!

8. "Biére De La Garde III", R.M. Müller Bier, Wien, 10%
Im Stil eines Trappistenbier gebrautes Starkbier, dunkles Bernstein, ein würdiger Abschluss (des offiziellen Verkostungsteils)

Außer Programm spendierte Micky Klemsch in kleiner Runde freundlicherweise noch ein grandioses "1852 English Burton Ale"- Barley Wine (in Weinfässern gereiftes Starkbier) der Bierzauberei und eine Großflasche Doppelbock der Rieder Brauerei - Vielen Dank!
Danke auch an die Braumeisterin der Favoritner Essigbrauerei, Kaffeerösterei und neuerdings auch Bierbrauerei Gegenbauer, die einige Großflaschen "Bio Wiener Bier" (gebraut aus Einkorn, Emmer, Gerste, Weizen, Hopfen und selbstgezüchteter Hefe) ausschenkte.

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und hier zur Ergänzung noch der Bericht des Veranstalters:

Liebe Bio-Genussfreunde!

„Ein bisschen Frieden“ als Punkversion und in quasi wummernder Telefonqualität hat schon was. Viel hat nicht gefehlt und Micky Klemsch wäre bei seinem Luftgitarrensolo eine Saite gerissen und das Kochstudio wäre renovierungsbedürftig gewesen… Vorab aber glänzte der gewichtige Craftbeer-Experte mit ebenso detailreichem wie charmantem Wissen zu handwerklich gebrautem Bier, den dazu gehörigen Werkstätten und erfreute uns mit akribisch ausgewählten Kleinoden aus der Organic Craftbeercommunity. Haben Sie vorher schon einmal etwas über das R.M. Müller-Bier aus Wien gehört oder es gar schon getrunken? Wir ehrlich gesagt auch nicht. Aber dazu sind die Tasting_foren auch da, um Neues und kulinarisch Spannendes aus Biologischer Landwirtschaft kennenzulernen.

Es war uns eine Freude mit Ihnen den vergnüglichen Abend verbracht zu haben. Nun teilen wir die Erinnerungen:
Fotoalbum Die brauen sich was Organic Craftbeer
https://www.flickr.com/photos/105864147@N08/sets/72157650529252545/


· Stiegl Hausbier Wildshuter Sortenspiel (Ö) https://www.stiegl.at/de/sortiment/hausbiere/wildshuter-sortenspiel

· Fuller’s Honey Dew (UK) http://www.fullers.co.uk/beer/explore-our-beers/organic-honey-dew

· Brauhaus Gusswerk Nicobar (Ö) http://www.brauhaus-gusswerk.at/sortiment/

· R.M. Müller Pale Ale (Ö) http://rm-mueller-bier.at/

· Riedenburger Brauhaus (D) Dolden Sud http://www.riedenburger.de/startseite/biere/riedenburger-biere/unser-dolden-sud/doldensud.html

· Brouwerij’t IJ (NL) http://www.brouwerijhetij.nl/category/bieren/

· Rogue 7 Hops (US) http://www.rogue.com/

· R.M. Müller Bière de la garde III (Ö) http://rm-mueller-bier.at/

· Brauhaus Gusswerk Edelguss http://www.brauhaus-gusswerk.at/sortiment/

· Brauhaus Gusswerk Steinbier

· Brauhaus Gusswerk Winter-Steinbier

· Gegenbauer Wiener Bier http://www.gegenbauer.at/produkte.aspx?CID=8&CSID=56


Das Brot kam aus der Bio-Holzofenbäckerei http://www.gragger-cie.at/cms/index.php

Zu kaufen gibt es die Verkostungsproben z. B. im Ammersin Magazin 5 (http://www.ammersin.at/index.php/shops.html), verde 1080 (http://www.verde1080.at/), Stiegl Braushop https://www.stiegl.at/de/getr%C3%A4nkeshop/standorte/wien , direkt vom Hascha-Hof bzw. der R.M.Müller-Brauerei (http://rm-mueller-bier.at/ ) das Biokistl/den Webshop Biohof Adamah (http://shop.adamah.at/Bier%2C-Brauereierzeugnisse_2734.html) und beim Gegenbauer (http://www.gegenbauer.at/).

Dipl.-Ing. Reinhard Geßl, KonsumentInnen-Information, Tierhaltung
Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL Österreich)

Craftbeer-Homeland

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Tolles Craftbeer-Sortiment im "World of Beer", San Antonio, Texas

Craftbeer quarterly

Geballte Craftbeer-Kompetenz aus Österreich, Ungarn, Deutschland und Dänemark bestimmten meine diesmalige Quartalsverkostung. Etwas IPA (=India Pale Ale)-lastig, aber ich bin nun mal ein bekennender Hophead. Besonders neugierig war ich auf das "1000 IBU", eins der bittersten Biere der Welt, gebraut im Hause Mikkeller, bekannt für seine eigenwilligen Bierkreationen. Gleich vorweg: diese Hopfenbombe trinkt sich trotz (oder vielleicht sogar wegen) seiner dreistelligen IBU (=International Bitterness Units), wirklich 1000 werden´s wohl nicht sein, sehr angenehm und anregend und die fruchtige Bitterkeit bleibt ungemein lange am Gaumen hängen. Wär´s ein Wein, würde man wohl von einem "unendlich langem Abgang" sprechen. Die Geschmackgrenzen ausreizend präsentierte sich auch das "Tripla Meggy" der Budapester Legenda-Brauerei. In der Nase eine sehr dominante Marzipan-Note, die sich im Nachtrunk mit deutlichen Kirscharomen verbindet. Eigenwillig, aber hochinteressant. Mein Mitverkoster Siegfried wird sich wohl mit diesem Bier erst anfreunden müssen. Mein Favorit war aber das "Ugly Duck - Hop Devil" der dänischen Indslev Bruggeri. Ein Bilderbuch-IPA, bei dem alles stimmt!

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v.l.n.r.:
Session IPA, Brauwerk Wien, Österreich
Doldensud, Riedenburger Brauhaus, Deutschland
Hop Devil, Ugly Duck Brewing, Dänemark
Illuminatus Starkbier, Handbrauerei Forstner, Österreich
Tripla Meggy, Legenda, Ungarn
Snakebite Imperial IPA, Legenda, Ungarn
1000 IBU, Mikkeller, Dänemark

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1000 IBU, die Hopfenbombe!
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